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Newcomerin Bora Lane im Interview

Newcomerin Bora Lane im Interview

In unserem Special zu Bora Lane habt Ihr schon einiges über die talentierte Pop-Newcomerin mit den bulgarischen Wurzeln erfahren. Heute geht es in die zweite Runde. Bora Lane verrät viel von sich und ihrer Musik im Interview:

1. Warum hast Du die klassische Schiene verlassen und bist in Richtung Pop gegangen?

Meine ersten klassischen Unterrichtsstunden auf dem Piano hatte ich mit 6 Jahren. Zur gleichen Zeit startete ich auch mit klassischem Gesang. Ich dachte immer, ich sei zum klassischen Interpreten geboren, aber nach vielen Wettbewerben, Konzerten und Präsentationen spürte ich, dass die Klassik zu einengend für mich war.

Mein musikalisches Herz wies mir den Weg in eine andere Richtung und machte mir den Wechsel zur Popmusik leicht, denn dort fühlte ich mich aufgehoben. In der Popmusik konnte ich wirklich ich selbst sein, mein Innerstes ausdrücken und meine Kreativität ohne starre Regeln und Grenzen ausleben. Es war ein wunderbares Gefühl, frei zu sein.

2. Wer inspiriert Dich musikalisch?

Es gibt viele großartiger Musiker, deren Musik ich liebe, aber ich habe immer nach meinem eigenen Sound gesucht und kann deswegen keinen speziellen Musiker nennen, der mich unmittelbar beeinflusst. Wenn ich einen Künstler nennen sollte, dann Karen Carpenter, deren wunderbare Stimme mich gleichermaßen beruhigt und Gänsehaut erzeugt. Diese besondere Art der Nähe und Wärme in der Stimme versuche ich in meinen Songs, besonders bei meinen Balladen, zu vermitteln. Aber eigentlich empfange ich Inspirationen von allen Seiten.

Bora Lane 3. Wie schreibst Du Deine Texte?

Normalerweise schreibe ich die Texte, nachdem die Musik steht. Durch das dann intensive Hören der Musik entstehen Bilder, Geschichten und Situationen in mir und ich lasse auf verschiedenen Ebenen meine Vorstellungskraft spielen, um das richtige Thema oder die richtige Stimmung für den Song zu finden. Wenn ich dann den „Groove“ des Songs fühle, schreibe ich den Text dazu. Das Spiel zwischen Musik und Text ist für mich wie ein Spiel der Liebe, wo zwei Hälften zusammen ein Ganzes ergeben. Was die Worte nicht sagen können, sagt die Musik – und umgekehrt.

4. Wie schreibst Du Deine Songs?

Da habe ich nicht wirklich ein Konzept oder einen Plan. Manchmal reichen ein Drum Beat oder eine Basslinie aus, um mich zu inspirieren. Oder ein paar Gitarrenakkorde. Vielleicht wird vermutet, dass ich als Pianistin am Klavier meine musikalischen Ideen entwickle, aber bei mir ist das eher selten der Fall. In letzter Zeit verbringe ich sehr viel Zeit zusammen mit meinem Produzenten im Studio und wir suchen tagelang gemeinsam nach der richtigen Richtung, dem richtigen Sound eines Songs – und plötzlich haben wir ihn gefunden und der Song ist geboren.

5. Die Zusammenarbeit mit anderen Musikern an Deinem Album – wie ist das und wer sind diese Musiker?

Es ist eine großartige Erfahrung, mit guten Musikern zusammen zu arbeiten. Zum Beispiel Nir Z. Er ist ein Drummer aus den USA, der schon mit John Meyer und Joss Stone zusammengearbeitet und beim Genesis Album „Calling All Stations“ mitgespielt hat. Auch an Nena’s Live CD hat er mitgearbeitet. Er hatte mich auf einer Music Internet Plattform entdeckt, mochte meinen Sound und hatte Interesse daran, bei einigen meiner Album Tracks mitzuspielen. Er ist ein begnadeter Drummer und hat meinen Songs einen tollen Drive gegeben. Die Aufnahmen mit ihm entstanden in New York. Ich war auch sehr glücklich darüber, mit Pat Bautz, einem brillanten Musiker aus Florida, arbeiten zu können. In letzter Zeit habe ich auch viel mit sehr guten jungen Gitarristen und Bassisten im Studio zusammen gespielt.

Bora Lane 6. Dein Album hat eine weit umfassende Pop-Bandbreite. Warum?

Ich bin kein Fan von nur einer musikalischen Richtung, deswegen habe ich mich auch beim Komponieren eines breiten Spektrums innerhalb der Popmusik bedient, ohne aber meine eigene Identität und meinen eigenen Sound zu verlieren. Mir gefiel die Idee, den Hörern die Möglichkeit zu geben, mich auf einer musikalischen Reise zu begleiten.

7. Mit wie viel Produzenten hast Du an deinem Album gearbeitet?

Zwei Produzenten waren an dem Album beteiligt: Jon Pan als mein Hauptproducer und George Shilling für einige Titel. Meine erste Single „Lost In You“ hat einen irisch-englischen Touch und George, der schon mit den Corrs, Texas und vielen anderen zusammen gearbeitet hat, war für uns der ideale Co-Produzent und Mixer für diesen Song, der durch ihn den richtigen Drive bekommen hat. Ich bin auch sehr glücklich darüber, dass George noch drei weitere Titel auf meinem Album co-produziert und gemixt hat.

8. Wann hast Du Bulgarien verlassen und wo fühlst Du Dich zuhause?

Ich verließ Bulgarien mit 17 Jahren, weil ich für mich keine Chance sah, mich dort als Mensch und Musiker weiter zu entwickeln. Ich ging nach Zypern, blieb dort drei Jahre und arbeite als Sängerin und Pianistin in einem 5-Sterne-Hotel. Von da aus ging ich nach Schweden, Norwegen, Italien, Spanien, Deutschland, in die USA und auch nach Asien. Ich war immer unterwegs, ohne feste Adresse, ich lebte aus dem Koffer und bereiste die ganze Welt. In glaube, in den letzten 10 Jahren habe ich in über 1000 verschiedenen Hotelzimmern geschlafen. Aber überall, wo ich war, fühlte ich mich zuhause.

9. Was bedeutet es für Dich, auf der Bühne zu stehen?

Live-Auftritte und Konzerte sind etwas sehr Besonderes für mich. Auf der Bühne gibt es fast keine Barriere und Distanz mehr zwischen dem Publikum und mir. Ich kann die Reaktionen des Publikums auf meine Musik fast körperlich spüren. Man ist viel spontaner und alles, was man singt oder sagt, kommt direkt aus dem Herzen. In diesem Moment ist man wahrhaftig – 100 % man selbst, mit seinem Körper und seiner Seele. Ich liebe es, ganz ich selbst zu sein und auf der Bühne alles zu geben.

10. Wie ist das, nur mit dem Piano aufzutreten und wie unterscheidet sich dies vom Auftreten mit einer Band?

Nur mit dem Piano zu performen ist für mich ein großartiges Gefühl, denn dann gibt es nur mich, meine Stimme und mein Piano. Es ist sehr intim, nah, sehr persönlich, fast privat….ein wunderbares Gefühl. Mit einer Band aufzutreten, ist eine völlig andere Sache, die ich jetzt erst so langsam entdecke, aber ich bin überzeugt, dass ich dies genauso lieben werde wie meine Solo-Autritte.

11. Deine Hobbies?

Wahrscheinlich klingt es langweilig, wenn ich sage, dass ich in meiner freien Zeit gerne ins Fitness-Studio gehe, schwimme, mit meinem Hund spazieren gehe oder lese, aber dies sind die Dinge, die ich gerne mag. Manchmal liebe ich es auch einfach, Zeit zu haben, um für mich zu entspannen und die Stille zu genießen.

12. Erzähl uns ein bisschen mehr darüber, ob Du außer Singen und Piano spielen auch schon andere Jobs gehabt hast?

Der Weg bis hierher war manchmal nicht leicht. Ich jobbte im Alter von 15 Jahren als Kellnerin. Danach tourte ich fast ein Jahr als Schauspielerin durch ganz Bulgarien. Auch als Zimmermädchen in Hotels habe ich früher schon gearbeitet und einmal sogar auf dem Bau, das war ein harter Job. Aber die Musik war schon damals immer an meiner Seite.

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